DA Echo 18.05.2011 Viel Zuspruch für Mathematik-Talente
Quelle: Quelle: Darmstädter Echo am 18.05.2011
Vorab sei bemerkt, dass Damiris Pernau aus der KLasse 8Gy den 6. Platz beim Kreisausscheid belegt hat.
Viel Zuspruch für Mathematik-Talente
Bildung: Beim hessenweiten Wettbewerb der Achtklässler aller Schulformen stehen die Kreissieger fest
Quelle: Darmstädter Echo
Eine Urkunde, ein Buch (Titel: „Mathematik zum Schmökern“) sowie viel Zuspruch und Ermutigung, ihr Talent und somit auch ihre Persönlichkeit zu entwickeln, gab es gestern für die 31 Kreissieger des 43. hessischen Mathematik-Wettbewerbs. Bei der Ehrung im Alten Schalthaus sah man viele stolze Eltern und manches aufgeregte Kind – wann werden schulische Leistungen schon mal in derart feierlichem Rahmen gewürdigt?
Bei dem Wettbewerb in einem dreistufigen Klausurverfahren konnten alle Schüler der achten Klassen landesweit ihre Fähigkeiten und Kenntnisse in Mathematik beweisen und vergleichen. Der Kreisentscheid war räumlich unterteilt in Stadt Darmstadt, Landkreis Darmstadt-Dieburg, Kreis Bergstraße, Kreis Groß-Gerau und Odenwaldkreis.
In diesem Jahr nahmen in der ersten Runde, die als normale Klassenarbeit gewertet wird, insgesamt 58 000 Achtklässler aus 525 Schulen teil. Auf Kreisebene in der zweiten Runde waren noch 2780 Jugendliche vertreten. Für die letzte Runde am 10. Juni, bei der die Landessieger ermittelt werden, hatten sich 182 Schüler beworben. Deren Ehrung gestern fand zeitgleich außerdem in Kassel, Wetzlar, Hanau und Wiesbaden statt. Kommende Woche vergleicht eine Kommission die Leistungen dieser Schüler, um jene zu bestimmen, die – getrennt nach Gymnasial-, Real- und Gesamtschul- sowie Hauptschulbereich – beim Landesentscheid antreten dürfen.
Für den Ausrichter der gestrigen Feierstunde, den Verband der Metall- und Elektro-Unternehmen Hessen, Bezirksgruppe Darmstadt und Südhessen, würdigte Reinhold Stämmler die Leistungen der Jugendlichen. Es gebe kein besseres Signal als einen Vergleich, um die eigene Leistung bewerten zu können. Zu den vielen Möglichkeiten, die Talente zu nutzen, zähle beispielsweise der Wettbewerb „Jugend forscht“.
Für die Schulaufsicht wünschte Thomas Geisel vom Staatlichen Schulamt für Darmstadt und den Landkreis Darmstadt-Dieburg den Jugendlichen „den nötigen Biss, um am Ball zu bleiben“. Den Preis sollten sie als Lob und Verpflichtung zugleich begreifen.
Geisel gewährte den Eltern und Schülern einen Einblick in seine Zeit als junger Student der Elektrotechnik. Er habe zunächst „eine leicht überhebliche Einstellung zur Mathematik“ gehabt, gestand er; sie sei für ihn „eine Hilfswissenschaft für die Naturwissenschaften“ gewesen. Erst nach und nach habe er begriffen, dass in den Naturwissenschaften ohne Mathematik nichts laufe. Geisel gab den Schülern mit auf ihren weiteren schulischen Weg, sie sollten Multiplikatoren für dieses Fach sein, gleichzeitig aber Fremdsprachen nicht vernachlässigen.
Die jungen Mathematiker waren beim Gespräch am Rande der Ehrung durchaus unterschiedlicher Ansicht, was den Schwierigkeitsgrad der Aufgaben angeht. Claus-Alexander Hainbach beispielsweise, der die Stadtteilschule Arheilgen besucht, empfand die Prüfungsaufgaben als „relativ einfach“. Auch mit der zur Verfügung stehenden Zeit – zwei Schulstunden – sei er gut ausgekommen. Anders bei Wladislaw Galkin: Der Jugendliche von der Georg-Büchner-Schule berichtet, die Aufgaben – unter anderem Funktionsgleichungen und Volumenberechnungen – seien „nicht einfach“ gewesen. Das Gymnasium habe die Kandidaten mit einer Mathematik-AG unterstützt.
Kevin Nguyen von der Liebigschule hatte sich anhand der Prüfungsaufgaben aus dem vergangenen Jahr vorbereitet; sie waren im Internet einsehbar und, wie er sagt, „sehr hilfreich“. Ahmed-Hakim Mirzaoglu (Adelungschule) erzählt, er habe eine Woche vor dem Kreisentscheid angefangen, dafür zu lernen, unter anderem ebenfalls mit Hilfe des Internets.
Allein gelernt hat dagegen Michael Häuser (Freie Christliche Schule), der die anderthalb Stunden am Prüfungstag für „zu kurz“ hielt. „Die dritte Runde war leichter als die zweite“, sagt Arkadiusz Niemiec (Mornewegschule), der es als hilfreich empfand, dass ihm der Fachlehrer bei der Vorbereitung zur Seite gestanden habe.
Die Auswahl der Prüfungsaufgaben auf Grundlage dessen, was die Lehrpläne für die einzelnen Schulformen in der achten Klasse vorgeben, oblag hessenweit 15 Pädagogen, die wiederum alle Schulformen vertraten. Reinhard Hornung (Erbach), Beate Neubauer (Darmstadt, Lichtenbergschule) und Annette Jäger (Langen) waren als Mathematik-Experten für den Kreisentscheid in Darmstadt im Einsatz.
Das Repertoire der Aufgaben war breit gefächert, wie Jäger erläutert: Prozentrechnung, Geometrie, Algebra, Statistik. Mit den Leistungen der Achtklässler sei man durchweg zufrieden. Die maximal 48 Punkte, die zu erreichen waren, seien ein hoher Anspruch gewesen, hatte Hornung bei der Ehrung der Teilnehmer berichtet.
Dort war auch zur Sprache gekommen, dass unter den Kreissiegern deutlich mehr Jungen als Mädchen sind. Zwar mochte Reinhold Stämmler daraus keinen Trend ableiten, er sagte aber, dass auch Mädchen ihre Begabungen in den Mint-Fächern (Mint steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) zeigen sollten. Vergangenes Jahr, so berichteten die Aufgabensteller, hatte sich ein anderes Bild ergeben: Unter den Kreissiegern waren relativ viele Mädchen.
Quelle: Darmstädter Echo am 18.05.2011

